Sunnyboy mit Starpotenzial

Der HSG-Student Andy Knechtle spielte dieses Jahr an der Lacrosse- Weltmeisterschaft in Denver für die Schweiz. (Bild: Jan Hoefliger)

Der HSG-Student Andy Knechtle spielte dieses Jahr an der Lacrosse-
Weltmeisterschaft in Denver für die Schweiz. (Bild: Jan Hoefliger)

Mit einem Lächeln im Gesicht und mit Sportkleidung ausgestattet, steuert Andy Knechtle auf den Materialraum im Sportgebäude der HSG zu. Dort türmen sich in Kisten Helme, Panzer und Handschuhe neben grünen Trikots, die mit «Sunnyboys» beschriftet sind.Das Material gehört nicht etwa einem Football-Verein, sondern dem campuseigenen Lacrosse-Club. Und derName steht nicht für eine Marke, sondern für eine Mannschaftssportart, bei der man mit Fangnetzen einen Ball in das gegnerische Goal bugsiert.

An der WM in den USA

Der 24-Jährige infizierte sich mit dem Lacrosse-Virus, nachdem er sich den ‹Sunnyboys›, einem derwenigenUni-Sportvereine, angeschlossen hatte und in dem er sich heute als Trainer betätigt. Dieses Jahr spielte er sogar in der Schweizer Nati als Verteidiger an der Weltmeisterschaft in Denver, Colorado, mit. Dort gelang es den Nationalspielern bis auf Platz 15 vorzudringen.Die Lacrosse- begeisterten Amerikaner hätten sie schon fast als Stars behandelt, sagt Knechtle. «Ich habe Autogramme gegeben und Fans wollten mit mir auf Fotos posieren. » Jedes Spiel der Schweizer Nati wurde live im Fernsehen übertragen. Das prägendste Erlebnis für ihn war ein Spiel gegen Wales, indemsieeinenRückstand von 1:5 in einen Sieg von 7:5 umwandelten. Dank dieses Sieges erreichte die Schweizer Lacrosse- Nati als einziges Team ohne Profis die Top 15 derWeltrangliste.

Grosser Aufwand

Dem Erfolg an der WM ging aber auch eine lange Trainingsund Vorbereitungsphase voraus. Nachdem sich Knechtle gegenüber rund 90 Mitbewerbern zusammen mit 22 anderen Spielern durchgesetzt hatte, verbrachte er über ein ganzes Jahr hinweg seine Wochenenden mit Training und Spielen. Unter derWoche brachte er sich mit Kraft-und Konditionstraining inForm.NebstZeitmusste Knechtle auch einiges an Geld aufwenden.Denn nicht ein Sponsor kam für die Reisen, die Unterkünfte und dasMaterial auf, sonderndie Spieler selbst.Ausbezahlt habe es sich für ihn aber auf jeden Fall. «Die Kameradschaft, der Adrenalinschub während des Spiels und die Bierchen nach dem Training entschädigen für vieles», sagt er. Am Studium – Knechtle studiertBWLim7.Semester–kam seine zeitintensive Freizeitbeschäftigung immer gut vorbei. «Sport halte ich für den besten Ausgleich zum Studium», sagt Knechtle. Und ausserdem: «Besser, zwei Stunden zu trainieren als zwei Stunden vor dem Fernseher zu sitzen.» Viele blaue Flecken Über die Sportart selber gerät Knechtle schnell ins Schwärmen: ‹‹Lacrosse ist die perfekte Mischung aus Technik und Kraft››, sagt er. Denn besonders zimperlich geht es bei den Spielen nicht zu und her: Zweikämpfe werden mit Bodychecks, ähnlich wie im Eishockey, oder mit Schlägen auf Hand und Arm ausgetragen. ‹‹Blaue Flecken und Prellungen sind nach einem Spiel fast der Normalfall››, sagt Knechtle. Trotz des körperbetonten Aspekts müsse man fürs Spiel kein Muskelprotz sein. «Auch Dicke, Kleine und Schmale können ihre Fähigkeiten ausspielen.» Eine Profikarriere oder weitere Weltmeisterschaften lässt Andy Knechtle aber nicht folgen. Nach dem Studium sei bei ihm wahrscheinlich Schluss mit Lacrosse. «Die diesjährige WM bleibt für mich der Höhepunkt», sagt Knechtle. Ein Anliegen sei ihm aber, den Verein auf einen erfolgreichen Weg zu bringen und ihn in guten Händen zu belassen. JanHoefliger Mo, 18.30–20.00 und Do, 17.00–19.00 beim Sportplatz

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