Klein aber oho: Der HSG-Campus

Viel Platz gibt es nicht an der Universität St. Gallen. Aber gerade weil sich das Studentenleben auf engstem Raum abspielt, findet man sich gut zurecht. Ein kleiner Vorgeschmack darauf, was der Campus alles bietet.

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Auf der Dachterrasse des Hautpgebäudes hat man einen perfekten Überblick über den Campus.

CAMPUS. Wer die erste BWL Assessment Vorlesung des Semesters im Audimax besucht, wird spätestens dann merken, dass die Universität St. Gallen ein Problem hat: Es hat zu wenig Platz für die Studentinnen und Studenten der HSG. Doch obwohl man sich in der Lernphase über die lange Schlange vor der Bibliothek kurz vor acht Uhr ärgert, bringt dieser Platzmangel doch einen entscheidenden Vorteil für alle neueintretenden Assessies mit sich. Denn gerade weil der Campus so klein ist, sind die Chancen sich zu verirren nur sehr gering.

Gruppenräume reservieren
Grundsätzlich gibt es zwei Gebäude, deren Name und Standort man sich merken sollte: Einerseits das Hauptgebäude, auch bekannt als A-Gebäude oder Gebäude 01 und andererseits das Bibliotheksgebäude, auch B-Gebäude oder Gebäude 09 genannt. In diesen Gebäuden findet der Grossteil der Vorlesungen, Seminaren und Kursen statt.
Für die zahlreichen Gruppenarbeiten, die im Assessment geschrieben werden müssen, kann man sich einen Gruppenraum online reservieren, am besten schon früh im Voraus, denn die Räume sind sehr beliebt

Entspannen an der Uni
Der Geheimtipp im Bibliotheksgebäude ist das Klavierzimmer im Keller. Da man dieses von innen abschliessen kann, wird gemunkelt, dort werde nicht nur Klavier gespielt und musiziert.
Ebenfalls im Untergeschoss, aber im Hauptgebäude, befindet sich der Ruheraum der Studentenschaft. Egal ob man seinen Kater ausschlafen oder sich vom Röhrenblick beim Schreiben von Arbeiten erholen muss: Im Ruheraum ziehst du einfach deine Schuhe aus, gibst deine Legi (Studentenausweis) ab und entspannst dich. Der persönliche Weckdienst, dem du zuvor mitteilst, wann er dich wecken soll, holt dich nach deinem erholsamen Nickerchen wieder aus dem Land der Träume zurück.

Provisorium ohne Steckdosen
Weniger entspannend ist der Unterricht in den Baucontainern hinter der Sporthalle. Wer dort am Freitagnachmittag seine VWL-Übungen hat, zieht sich besser warm an und trinkt seinen Kaffee auf dem Hinweg – Cafeteria oder Getränkeautomaten sucht man hier vergebens.
Im Provisorium (Gebäude 23, gleich unterhalb des Hauptgebäudes) wiederum ist die Jagd nach Steckdosen ziemlich aussichtslos. Will man sich in der Vorlesung auf seinem iPad oder Laptop Notizen machen, bringt man das Gerät besser mit aufgeladener Batterie mit – oder man notiert sich das Wichtigste auf die altmodische Methode mit Stift auf Papier. Oder aber man macht sich gar keine Notizen – was hier aber nicht als Empfehlung zu verstehen ist.
Ob das Provisorium seinen Namen verdient, ist nicht ganz klar, sieht man sich nämlich die Trends zur Anzahl Studenten an der HSG an, ist nicht damit zu rechnen, dass das Gebäude so schnell wieder verschwindet. Übrigens ist das Gebäude 23 auch Stromlieferant: Die Sonnenkollektoren auf dem Dach produzieren Strom für rund zehn Einfamilienhäuser.

Alles zum Überleben
Vor allem während der Lernphase, wenn nicht wenige HSGler zu Bibliotheks-Zombies mutieren, hat die Uni fast alles zu bieten, was man zwischen Aufstehen und Schlafengehen braucht: Frühstück, Pausenverpflegung, Mittagessen in Mensa A oder an der Pasta-Bar, Sessel für das Mittagsschläfchen im Ruheraum und einen Bancomaten, um den exzessiven Kaffeekonsum finanzieren zu können.
Um zwischendurch den Kopf frei zu bekommen kann man sich entweder im Kraftraum austoben, oder an einem der unzähligen Fitness- und anderen Sportkursen teilnehmen. Das Angebot geht von Aerobic über Badminton bis Segeln und Tennis. Unisport bietet auch Laufgruppen an, die jeweils rund um die Uni im Rotmonten-Quartier auf ihre Touren gehen.

Früh aufstehen lohnt sich
Zurück zur Bibliothek. Auf Youtube finden sich Videos, die HSG-Studis beim Anstehen vor der Bibliothek zeigen. Es ist tatsächlich so, dass sich in der Lernphase viele HSGler einen Platz in der Bib suchen. Wer allerdings nicht erst um 11 Uhr an die Uni kommt, wird irgendwo einen Sitzplatz finden. Bis zur Lernphase kann man den Kaffee aber getrost draussen in der Umgebung der Uni geniessen, zum Beispiel auf der Dachterrasse des Hauptgebäudes, von welcher aus man eine grossartige Sicht auf die Stadt St. Gallen und Umgebung hat. Sogar den Bodensee ist von da aus sichtbar.

(Nina Amann)

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